Dicke Muschi

Wie ich mal jüngst auf die Idee kam, den schnöden Rasierer wegzulegen und mich stattdessen im Schritt brasilianisch wachsen zu lassen.

Wer es gerne glatt und glänzend im Schritt hat, wird nicht umhin kommen, sich bei jedem Duschen mit Rasierschaum die Scham einzuschäumen und dann fröhlich furchtlos zwischem all dem Gelürch von Falten hindurch zu rasieren. Wieviele Muttermale oder Hautzippel mussten bei dieser Prozedur schon schmerzvoll das Leben hingeben?

Nach zwei bis drei Tagen fangen die kleinen, nachwachsenden Härchen an zu nerven und der Schritt wird pieksig – wie so ein unrasiertes Männergesicht. Welchen zart küssenden, sich versenkenden Lippen möchte man denn dieses Reibeisen zumuten? Davon abgesehen, dass dieser 3-Tage-Bart-Look dem lustvollen Organ nicht steht.

Dieses Mal wollte ich das ausprobieren, was bei reiner Vorstellung einem die Angstschweißperlen ins Gesicht treibt: Waxing. Wie beim Bein. Heißwachs drauf, kurz abkühlen lassen und herzhaft die Urstrünke der Evolution herausreißen. Nur dies auf brasilianisch – eben nicht nur am, sondern im Schritt. Immer weg mit dem hippiesken Charme – aus der noch so letzten Falte. Meine Freundin B. befürwortete sofort meine Entscheidung, empfahl mir ein günstiges Studio und auch gleich die kompetenteste Schamhaarrupferin auf Gottes Erdenrund.

Nicht eine Woche später lag ich breitbeinig nackt auf einer Liege im Studio und ließ mich von der Spitzenkraft fleißig erst die Schenkelinnenseiten mit Heißwachs bestreichen – RATSCH -, dann die Bikinizone andrücken – RATSCH – und gerade als ich so bei mir dachte, jetzt kommt gleich der große Moment, wurde ich fachmännisch in alle Richtungen – wie einst die Alpen – aufgefaltet, ordentlich bewachst und ohne ein weiteres Wort zu verlieren, riss mir die Schamhaarfachentfernerin die Scham mit Strunk und Stiel – ohne jegliche Chance auf Widerstand – aus dem Schritte: RAAATSCH.

AU.

„Was bei uns die Lippen, ist bei den Männern der Sack“, fachsimpelte die Fachtrimmerin S.
„Sollen wir die Pofalte gleich mitenthaaren?“ fragte sie noch geschäftstüchtig und weil mir scheinbar die Gesichtszüge entglitten, fügte sie gleich hinzu: „Das ist nicht so schlimm wie eben. Das denken viele. Ist aber nicht so.“

Ich nickte zustimmend.
„Na denn dreh dich mal auf den Bauch und spreize deine Pobacken so weit auseinander¹ , wie es geht.“ Und ehe ich mich umgedreht und versehen hatte, spachtelte der Spatel fröhlich Heißwachs an meinem Anus entlang und – RATSCH – hatte ich einige Haare weniger und eine Gewissheit mehr: Wirklich nicht so schlimm, wie das vaginale Rupfen.

Fazit nach meinem ersten Mal „Brazilian Waxing“: Ich zuppel mir noch immer Wachsreste aus dem Schritt. Es ist alles rot und geschwollen und abundzu zeckt es ein wenig. Kennen Sie Vakuumpumpen für die Vulva? Und auch das Ergebnis? Tadaaa.

Okay, etwas übertrieben. Spätestens morgen, wenn die Reizungen wieder weg sind, werde ich mir das mal bei Tageslicht besehen, ob es denn so geworden ist, wie ich es mir dank Pornografie vorgestellt habe: Glatt, absolut stoppelfrei und weich und sanft.

Und ansonsten? Dank absoluter Professionalität und heller Atmosphäre ein Besuch wie im Nagelstudio. Absolut empfehlenswert. Für ein bisschen Zähne zusammenbeißen – wenn es wirklich 3-4 Wochen glatt bleibt und ich erst wieder nach 6 Wochen zum Waxing muss – lohnt sich der Besuch im Waxing-Studio seines Vertrauens auf jeden Fall.

Jetzt entschuldigen Sie mich bitte. Ich habe eine Verabredung mit einer milden, kühlen Feuchtigkeitscreme.

¹ the most emberassing moment in my entire life

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10 Gedanken zu “Dicke Muschi

  1. Urs Sprüngli schreibt:

    Eine Frau, die mir mal erotisch zugetan war, war in diesem Zustand (in dem es dir nach Kühlung verlangt) immer besoders geil und wollte ihre geschundene Möse geleckt haben. Dreitagebartkitzeln aus meinem Gesicht konnte sie dann allerdings nicht ertragen.

  2. Vakuumpumpen…? Sowas wie diese Penispumpen, ich meine vom Zweck her?

    Never mind, habs gefunden. Google zweifelt jetzt wohl an meiner Homosexualität, oder ordnet mich gendermäßig neu ein. Und danke für den Erfahrungsbericht 😉

  3. Urs Sprüngli schreibt:

    So. Mittlerweile isses übermorgen. Ich wüsste zu gerne, wie’s geworden ist. Zur Dokumentation werden gerne auch Bilder genommen – am besten mit Vergleichsbild: Cosmöse zwei Tage nach der Rasur vs. zwei Tage nach der Wachs-Begegnung.

  4. Nachdem ich meine Radfahrerbeine neuerdings wachse (was beim ersten Mal eine Tortur, beim zweiten Mal ein Klacks war), denke ich ernsthaft über ein Wachsen von Schritt und Pofalte nach. Ich denke noch nach…

  5. Antaeus schreibt:

    Lasern wäre weniger Schmerzhaft und macht auch sehr glatt. Ansonsten kann Frau auch die Männer rasieren lassen, als verlängertes Vorspiel quasi. Es soll ja Männer geben, die Spaß daran haben, die Härchen dort (bei Ihr) einzeln mit der Pinzette aus zu zupfen… während sie gefesselt am Bett…
    Stichwort geschwollene und gereizte Muschi: Da fällt mir ein Federspiel dazu ein.

  6. Sugaring hat gegenüber Heißwachs den Vorteil den Vorteil, dass die Rückstände sich komplett in Wasser lösen, also beim Waschen einfach verschwinden. Ist ja auch nur Zucker und Zitronensaft.
    Das bieten etliche Studios auch an.
    Ich persönlich finde es auch weniger schmerzhaft

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