Ding? Dong.

dong

Menschen haben Hobbies. Viele machen Sport. Andere betätigen sich kulturell. Wieder andere lassen Modellwelten erstehen. Ich für meinen Teil nehme an Gewinnspielen teil. Wie der letze Junkie sitze ich dann abends vor dem Notebook und hacke bei einem Online-Gewinnspiel nach dem andern meine Adresse ein, klicke hier ein Häckchen, löse dort eine Aufgabe und nehme an allem teil, was nicht bei Drei auf dem Baum ist.

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Koste mal…

Ich stehe in der Küche und rühre gelangweilt in meinem Creme fraiche für den Brunch herum. Ein wenig Salz, ein wenig frischen Pfeffer, etliche Knoblauchzehen und ein paar Kräuter der Provence rühre ich glatt, als F., der Brunchgast meines Mitbewohners, in die Küche kommt.

„Was machste feines?“
„Dip. Willste mal kosten?“ antworte ich und tunke eine Fingerspitze in die Creme und halte sie ihm hin. Er nickt und lutscht mir den Finger wieder sauber. Dann lächelt er mich verschmitzt an.

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Berberitze

Früher war der Monbijoupark in Berlins Mitte quasi bewaldet, wilde Büsche umsäumten den Park vollständig und auch die Liegewiesen waren überwuchert. Von außen konnte niemand sehen, was drinnen vor sich ging. Das twittereske Paralleluniversum.

Da an der vorbeiführenden Oranienburger Straße abends der Straßenstrich gastiert und die fleißigen Sexarbeiterinnen ja wirklich jeden fragen, ob er oder sie nicht wollen würden, ergab es sich früher des Öfteren, dass im Park mehr schmatzende und stöhnende Geräusche zu hören waren, als Nachtigallen: Die Bordsteinschwalbe führte das Wort.

Im Park selbst wuchs zahlreich vertreten die Berberitze, im ungewaschenen Volksmund auch Wichsbaum genannt, und wer bisher nicht wusste, warum es im frühen Sommer an bestimmten Ecken nach Sperma riecht, der wird in der Berberitze gewiss eine Antwort finden.

Die Frage stellte sich im Monbijoupark früher jedenfalls nicht, ob hier eine Berberitze blühte, vielmehr war von augenscheinlicheren Dingen auszugehen.

Seit einigen Jahren jedoch ist der Park aufgeräumt und der Blick von außen auf die weiten Liegeflächen ist frei. Übrigens genau dem geschuldet, dass  sich dort nachts keine Touristen mehr mit den Professionellen Mund- und Handgemenge liefern sollen. Auch Drogen lassen sich ohne Rückzugsgebiet schattiger Büsche nicht mehr so gut verticken. Ein schöner, sauberer Park, aber angesichts seiner Vergangenheit eben nur puritanisch langweilig. So baba eben.

Was geblieben ist: Im Frühsommer erinnert der Geruch der penetranten Berberitze an die die frühere Nutzung des Parks, als hier noch eine parallele Welt im Dickicht lebte. Solltet ihr also im Monbijoupark unterwegs sein und Euch steigen gewisse Gerüche in die Nase, erinnert Euch der verwegenen Vergangenheit dieses Parks.

Mr. Right

Männer, die viele Frauen hatten, sind tolle Hengste. Frauen, die es wie Männer halten, Schlampen.

Mr. Right ist ein Mädchenmythos. Einer, der uns von Kindheit von unseren Eltern und der Gesellschaft eingetrichtert wird. Es gibt diesen einen Mann da draußen und für den musst Du Dich aufsparen. Da sitzen wir also und malen uns in unserer Traumwelt Mr. Right aus und am Ende ist er so perfekt, dass jeder Mann an unseren Vorstellungen nur scheitern kann.

Es gibt nicht den einen. Es gibt viele. Und sie auszuprobieren macht weitaus mehr Sinn, als sich in seinem Märchenschloss einzuschließen.

Hört auf zu jammern, geht raus und probiert aus. Lasst doch auch mal zu, spielt, genießt die Hofierung und belohnt. Was der Rest über Euch sagt, kann Euch egal sein. Was soll der Geiz?

Schreibt nicht YOLO – lebt YOLO.

Freund+

Wer nicht ständig auf der Suche nach Mr.Right ist, hat zwei Möglichkeiten echten Sex zu bekommen: Zum einen den unsicheren One Night Stand, wo es stark auf die Qualitäten des Auserwählten ankommt, ob die Nacht eine Nacht voll Leidenschaft und Feuer oder eine Nacht des Grauens wird, nach der ich mir als Frau nur wünsche, so schnell wie möglich nach Hause zu kommen oder die Niete rauszuschmeißen.

Wer mehr einfühlsameren Sex möchte, braucht jemanden, der die Bedürfnisse kennt, weil die Vertrauensbasis vorhanden ist, um über Wünsche und Vorlieben offen reden zu können. Einen Freund. A friend with benefits – einen Freund Plus.

Nun neigen wir Frauen gerne dazu, uns schnell in unseren Sexpartner zu verlieben, was den Sex zwar nicht schmälert, das Herz jedoch, gerade am Anfang, leiden lässt. Hinfort mit dem Gefühlsballast. Akzeptiere, dass vielleicht eines Tages die Freund+ Beziehung durch das Auftauchen eines anderen zerstört wird. Lebe mit der Eifersucht, lebe mit der Verlustangst.

Wenn es für beide Seiten vollkommen in Ordnung ist, die Freundschaft um die Komponente Sex zu erweitern, warum nicht? Warum soll ich auf guten, regelmäßigen Sex verzichten, nur um eine Feundschaft nicht zu gefährden? Hand auf’s Herz: Die meisten Freundschaften zwischen Mann und Frau basieren doch eh auf einer ungelebten sexuellen Spannung. Und über kurz oder lang gehen sie in die Brüche weil irgendein anderer Mensch in das  Leben des anderen tritt und man sich über kurz oder  lang aus den Augen verliert.

Kurzum: Habt Sex, habt Spass.